Klimaresilienz


Der Klimawandel hat uns fest im Griff. Auch im Hausgarten und auf öffentlichen Grünflächen können und müssen wir uns anpassen! Durch die Veränderungen des Klimas wird es bei uns einerseits lange Trockenzeiten mit großer Hitze geben, andererseits häufen sich extreme Starkregenereignisse. Es gilt also die Gärten so anzulegen, dass sie auch ohne ständige Bewässerung Trockenzeiten gut überstehen und Ihnen trotz großer Hitze ein angenehmes Klima bieten. Auf der anderen Seite müssen wir so planen und bauen, dass auch bei Starkregenereignissen nicht gleich Ihr Keller vollläuft, selbst wenn Hagelkörner die Abläufe verstopfen und die Dachrinne übergeht.
Natürlich muss man das Thema ganzheitlich denken. Biodiversitätskrise, Kohlenstoffspeicherung, der Umgang mit wertvollen Ressourcen – Nachhaltigkeit! Wir haben uns dazu viele Gedanken gemacht und möchten in diesem Bereich gemeinsam mit Ihnen noch besser werden!

Ein Gartentisch mit Stühlen unter einem Baum in einer grünen Wiese, im Vordergrund ein Kiesweg mit blau blühenden Iris und Natternkopf.
Balkendiagramm, das die Hitzetage in München seit 1955 zeigt. Es werden kontinuierlich mehr Hitzetage pro Jahr, aber die Häufigkeit schwankt stark.
Hitzetage in München: Anzahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von >30°C. (Datenquelle: DWD)

Der Klimawandel macht sich an vielen Stellen bemerkbar, mit Extremwetter in vielen Teilen der Welt, aber auch mit lokalen Auswirkungen bei uns vor der Haustür. Hohe Temperaturen und Starkregenereignisse werden uns die nächsten Jahre weiter beschäftigen.

Auch in München zeigt sich deutlich die Erwärmung der Stadt. Über die letzten Jahrzehnte ist die Anzahl der Hitzetage (Tage mit einer Höchsttemperatur über 30°C) deutlich angestiegen: Bis in die späten 1980er Jahre waren es im Schnitte etwa 5 Tage pro Jahr, seit 2010 sind es im Schnitt 15 Tage. Tendenz weiter steigend. 
Verstärkt wird die klimawandelbedingte Erwärmung insbesondere im städtischen Bereich durch verschiedene  Faktoren: Eine zunehmende Versiegelung der Flächen durch Bebauung und Nachverdichtung, weniger Kaltluftschneisen die frische kühle Luft in die Stadt transportieren können, und ein vermehrter Einsatz von Klimaanlagen deren Abwärme zur weiteren Erhitzung der Stadt beiträgt. 

Gundlagen für mehr Klimaresilienz im Garten

Erde auf der Ladefläche eines LKW.

Ein klimaresilienter Garten beginnt unter der Oberfläche. Gesunder, humusreicher Boden ist ein natürlicher Wasserspeicher: Er nimmt Starkregen auf, lässt ihn versickern und stellt ihn Pflanzen in Trockenzeiten wieder zur Verfügung. Gleichzeitig bindet er große Mengen Kohlenstoff und trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Besonders nach Neubauten sind Böden jedoch oft stark verdichtet und ihres wertvollen Oberbodens beraubt. Wir legen deshalb großen Wert auf Bodenlockerung, Humusaufbau und eine dauerhafte Bedeckung durch Pflanzen. Denn nur in einem lebendigen Boden können Wurzeln tief wachsen, Wasser gespeichert werden und ein Garten langfristig gesund bleiben.

Ein kleiner Wasserfall führt über Bruchsteine in einen kleine See, umgeben von Farn und Storchschnabel.

Versiegelte Flächen speichern tagsüber enorme Wärmemengen und geben sie nachts wieder ab – das belastet Mensch, Tier und Pflanzen. Bäume und Sträucher wirken hier wie natürliche Klimaanlagen: Durch Verdunstung kühlen sie ihre Umgebung, spenden Schatten und verbessern spürbar das Mikroklima. Besonders wirksam sind strukturreiche Pflanzungen mit Gehölzgruppen, Stauden, Wiesenflächen und – wenn möglich – kleinen Gewässern. Solche abwechslungsreichen Gärten schaffen nicht nur ein angenehmes Klima, sondern auch Orte der Geborgenheit und Erholung. Die neue Natürlichkeit verbindet ökologische Wirkung mit hoher Aufenthaltsqualität.

Bunte Blumenwiese mit dicht wachsenden Margeriten, Kartheusernelken und Hornklee.

Die biologische Vielfalt ist die Grundlage unserer Lebensqualität. Bestäubung, fruchtbare Böden, sauberes Wasser und stabile Nährstoffkreisläufe sind Leistungen funktionierender Ökosysteme. Doch viele heimische Arten sind bedroht. Private Gärten bieten hier ein enormes Potenzial: Mit strukturreichen Pflanzungen, heimischen Gehölzen, Blumenwiesen, Totholz und unterschiedlichen Lebensräumen können wir wertvolle Rückzugsorte schaffen. Ein naturnah gestalteter Garten ersetzt monotone Rasenflächen durch lebendige Vielfalt – und wird so zu einem wichtigen Baustein für den Erhalt unserer regionalen Natur.

Ein kleiner Teich mit schilfbewachsenem Ufer, im Vordergrund eine Kiesweg.

In Zeiten von Starkregen und Trockenperioden ist ein durchdachtes Wassermanagement entscheidend. Ein klimaresilienter Garten hält Regenwasser möglichst auf dem eigenen Grundstück: Durch Entsiegelung, versickerungsfähige Beläge und belebte Oberböden kann Wasser langsam einsickern und gespeichert werden. Zisternen, Mulden, Teiche oder Regentonnen helfen, Niederschläge zurückzuhalten und später zur Bewässerung zu nutzen. So schützen wir Gebäude vor Überflutung, entlasten die Kanalisation und machen Wasser wieder zu dem, was es ist – eine wertvolle Ressource, die dem Garten Leben schenkt.

Zukunftsfähige Gärten für Hitze, Trockenheit und Starkregen

Der Klimawandel ist längst in unseren Gärten angekommen. Längere Trockenphasen, hohe Temperaturen und immer häufiger auftretende Starkregenereignisse stellen private wie öffentliche Grünflächen vor neue Herausforderungen. Ein zukunftsfähiger Garten muss heute mehr leisten als nur schön zu sein: Er soll Hitze abmildern, Wasser speichern, Überschwemmungen vorbeugen und gleichzeitig Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten.
Klimaresiliente Gärten sind so geplant, dass sie mit natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen. Sie kommen mit weniger Bewässerung aus, halten Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zurück und schaffen durch Bäume, Sträucher und vielfältige Pflanzungen ein angenehmes Mikroklima. So entstehen lebendige, widerstandsfähige Freiräume, die auch unter veränderten klimatischen Bedingungen langfristig funktionieren – und in denen wir uns wohlfühlen.

 

Bausteine eines klimaresilienten Gartens

Bunte Blumenwiese mit Hornklee, Lichtnelken und Margheriten.

Eine artenreiche Blumenwiese ist weit mehr als eine „ungepflegte Rasenfläche“ – sie ist ein lebendiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Voraussetzung sind nährstoffarme Böden und heimisches, standortgerechtes Saatgut. Durch eine angepasste Mahd und das Entfernen des Schnittguts entsteht über die Jahre eine stabile, vielfältige Pflanzengesellschaft. Regelmäßig gemähte Wege sorgen dabei für ein gepflegtes Gesamtbild.

Ein Baum in Frühlingsgrün vor einem grauen, modernen Haus.

Bäume und Sträucher bilden das tragende Gerüst eines Naturgartens. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und bieten Nahrung sowie Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Entscheidend ist die richtige Pflanze am richtigen Standort – möglichst heimisch und an Boden sowie Klima angepasst. Eine hohe Artenvielfalt sorgt zusätzlich für Stabilität gegenüber Krankheiten und Klimastress.

Ein großer umgefallener Wurzelstock liegt am Rande einer Kiesfläche, dahinter Stauden und Gräser. Im Vordergrund ein Findling.

Totholz ist kein Abfall, sondern ein wertvoller Lebensraum. Ob stehend oder liegend, sonnig oder schattig – unterschiedliche Formen bieten Insekten, Pilzen und Vögeln wichtige Rückzugsorte. Gleichzeitig speichert Holz Feuchtigkeit und fügt sich als natürliches Gestaltungselement harmonisch in den Garten ein. So entsteht Strukturreichtum mit ökologischem Mehrwert.

Blau blühender Natternkopf in einer grasigen Kiesfläche.

Magerflächen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt – sind in unserer Kulturlandschaft jedoch selten geworden. Auf nährstoffarmen, trockenen Standorten entwickeln sich spezialisierte Pflanzen und Insekten, die anderswo keinen Platz mehr finden. Trockenmauern und Steinhaufen speichern Wärme, bieten Verstecke und schaffen wertvolle Kleinbiotope. Sie verbinden regionale Baukultur mit ökologischer Funktion.

Ein Gemüsegarten mit einem viereckigen Brunnen in der Mitte und einer Bank vor einer gemauerten Steinwand im Hintergrund.

Ein Naturgarten darf auch der Selbstversorgung dienen. Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter und Gemüse verbinden ökologische Vielfalt mit Genuss und regionaler Identität. Voraussetzung ist ein gesunder, schadstofffreier Oberboden und eine nachhaltige Bewirtschaftung ohne chemische Hilfsmittel. So entsteht ein Garten, der nicht nur schön, sondern auch nahrhaft ist.

Ein Kiesweg führt an einem kleinen See entlang, vom Weg aus geht ein kleiner Steg über das Wasser.
Nachhaltige Gartenanlage: In die natürliche Umgebung eingepasst, mit wasserdurchlässige Wege aus Münchner Kies und Steg aus unbehandeltem Robinienholz.

NACHHALTIGE BAUSTOFFE 

Klimaresilienz endet nicht bei der Bepflanzung – auch die Wahl der Materialien entscheidet darüber, wie nachhaltig und dauerhaft ein Garten funktioniert.

  • Regionale Natursteine (Kalkstein, Granit, Nagelfluh)
  • Gebrauchtes Pflaster & wiederverwendete Materialien
  • Münchner Kies vielseitig einsetzen
  • Vorhandenen Boden nutzen
  • Verzicht auf schadstoffbelasteten Recycling-Schotter
  • Kein Torf, keine chemischen Pflanzenschutzmittel

So entstehen Gärten mit Charakter und Herkunft – langlebig, ressourcenschonend und im Einklang mit ihrer Umgebung.

GESTALTUNG MIT „GENIUS LOCI“

Jeder Ort besitzt seinen eigenen Charakter – seine Geschichte, seine landschaftlichen Bezüge, seine besondere Atmosphäre. Diesen „Genius Loci“, den Geist des Ortes, nehmen wir als Ausgangspunkt für unsere Gestaltung. Ein Garten sollte nicht beliebig wirken, sondern so, als sei er schon immer Teil seiner Umgebung gewesen. Regionale Materialien, standortgerechte Pflanzen und ein klares Gestaltungsthema – etwa eine lichte Waldsituation, ein alpiner Wildfluss als Trockenbach oder eine bayerische Kulturlandschaft mit Obstbäumen und Blumenwiese – lassen Haus und Garten zu einer stimmigen Einheit werden. So entsteht eine natürliche, zeitlose Ästhetik, die Geborgenheit, Identität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Eine naturnahe Kiesfläche mit großen Findlingen, Totholz und Wurzelstöcken, dazwischen Weiden und Gräser.
Ein Garten wie am Isarstrand: Sieht aus wie die natürliche Schwemmlandschaft an der Isar, ist aber tatsächlich erst ein paar Tage alt, mitten in Ort.

Checkliste für den Garten von morgen

Ein klimaresilienter Garten…

  • übersteht Trockenphasen ohne künstliche Bewässerung
  • speichert und versickert Regenwasser
  • schützt Gebäude
  • besitzt lebendigen Oberboden
  • hat hohen Grünanteil
  • fördert Artenvielfalt
  • kommt ohne Chemie und Torf aus
  • nutzt regionale Materialien
  • benötigt überschaubaren Pflegeaufwand
  • darf natürlich und „etwas wilder“ sein
  • schafft Geborgenheit und Erholung

Gemeinsam Zukunft gestalten

Ein klimaresilienter Garten entsteht nicht „von der Stange“. Jede Fläche, jeder Boden, jedes Haus und jede Familie bringt eigene Voraussetzungen, Wünsche und Herausforderungen mit. Deshalb setzen wir auf individuelle Beratung und eine sorgfältige Planung, die ökologische Verantwortung, gestalterische Qualität und langfristige Funktionalität miteinander verbindet. Unser Ziel ist es, Gärten zu schaffen, die nicht nur heute begeistern, sondern auch morgen und übermorgen noch stabil, lebendig und pflegeleicht sind.

Dabei verstehen wir uns als Partner auf Augenhöhe. Wir erklären Zusammenhänge, zeigen Möglichkeiten auf und entwickeln gemeinsam mit Ihnen Lösungen, die zu Ihrem Lebensstil, Ihrem Budget und Ihrem Grundstück passen. Klimaresilienz bedeutet für uns nicht Verzicht, sondern Gewinn: mehr Lebendigkeit, mehr Natürlichkeit, mehr Aufenthaltsqualität – und das gute Gefühl, einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Lassen Sie uns Ihren Garten so gestalten, dass er den Herausforderungen des Klimawandels standhält und gleichzeitig ein Ort der Erholung, der Freude und der Identität bleibt.